100 Jahre Bautätigkeit
Ein Jahrhundert im Dienst des Wohnens
Seit seiner Gründung verfolgt der Kreiswohnungsverband das Ziel, eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.
Was zunächst mit der Unterstützung von Gemeinden und privaten Bauherren begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einer umfangreichen eigenen Bautätigkeit. Dabei standen stets bezahlbarer Wohnraum, eine hohe Bauqualität und die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt.

Die Anfänge der Bautätigkeit
Die Aufgabe des Kreiswohnungsverbandes bestand von Anfang an darin, eine sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Dies wurde in den ersten Jahren nach der Gründung aber nicht durch eigene Bautätigkeit geleistet.
Das Ziel des Unternehmens war es damals vielmehr, Gemeinden, Verbände und auch Privatleute bei der Errichtung von Wohnungseigentum durch technische Beratung, die Beschaffung von Baustoffen und Bauplätzen sowie durch finanzielle Hilfe zu unterstützen.
Weil aber in Zeiten der rasenden Inflation Anfang der 20er Jahre viele öffentliche und private Bauherren in finanzielle Schwierigkeiten kamen und ihre Bauvorhaben ins Stocken gerieten, beschloss der Vorstand im September 1922, „die nicht fertiggestellten Häuser mit allen Rechten und Pflichten zu übernehmen.“ und die Bauten zu beenden.
Die so errichteten Gebäude – bis 1927 entstanden so 87 Häuser mit insgesamt 141 neuen Wohnungen – wurden nicht selbst vermietet, sondern verkauft oder an die Gemeinden abgegeben.
Aufbau des eigenen Wohnungsbestands
Im ersten Nachkriegsjahrzehnt war der Bedarf nach Wohnraum im Gebiet des Landkreises Ludwigshafen – nicht zuletzt auch aufgrund des großen Zustroms von Flüchtlingen aus der so genannten „Sowjetzone“ – so groß, dass es nicht mehr genügte, lediglich Bauvorhaben zu unterstützen. Deshalb entschied sich die Führung des Kreiswohnungsverbandes, selbst einen eigenen Wohnungsbestand aufzubauen. So hatte der KWV Ende 1950 bereits einen eigenen Bestand von 19 Häusern mit 53 Mietwohnungen aufzuweisen.
Die Verbandsversammlung beschloss in diesem Jahr, nur noch „im eigenen Namen und für eigene Rechnung“ zu bauen.
1950 bis 1953 wurden 282 Mietwohnungen errichtet (Durchschnittsgröße 44 Quadratmeter, Miete zwischen 39 und 42 DM pro Wohnung)
Im Jahr 1965 wies der Geschäftsbericht bereits 586 Wohneinheiten aus, im Jahr 1970 schon 718 Wohneinheiten, auch für Flüchtlinge, die man vorwiegend nahe ihrem Arbeitsplatz bei den dortigen Chemieunternehmen unterzubringen trachtete.
Neue Herausforderungen und soziale Verantwortung
Immer wieder war auch die sich verändernde Altersstruktur der Bevölkerung zu berücksichtigen. Dieser Tatsache trug der Kreiswohnungsverband dadurch Rechnung, dass er den Zugang zu den Erdgeschosswohnungen in den neuen Gebäuden barrierefrei gestaltete und zum Erreichen der in den höheren Etagen Aufzüge in die Häuser einbaute.
Bereits 1971 wurden erstmalig 14 sog. “Altenwohnungen” errichtet: „Die Altenwohnungen erhalten in der Hauptsache im Bad eine besondere Ausstattung und werden an ältere Leute ab 60 Jahre vermietet.“
Im Laufe der 1980er Jahre stellte das Anwachsen der Zahl der „Aussiedler“ genannten Zuwanderer deutscher Abstammung auch den Rhein-Pfalz-Kreis vor neue Herausforderungen. Auch aus diesem Grund war ab der zweiten Hälfte der 1980er Jahre wieder ein Ansteigen der eigenen Bautätigkeit des Kreiswohnungsverbandes zu verzeichnen.
Trotz unterschiedlicher Herausforderungen über die Jahrzehnte standen bei der Arbeit des Kreiswohnungsverbandes soziale Gesichtspunkte stets über dem Streben nach Gewinnmaximierung. Trotz Beachtung von Kostengrenzen bei den Bauten wurde aber auch immer auf die Qualität geachtet. So beschrieb ein Artikel in der Rheinpfalz 1993, wie beim Hausbau in Mutterstadt beim Mauerwerk, der 24-kWHeizung als Niedrigtemperatur-Heizung und der Installationen zur Nutzung von Regenwasser für Toilettenspülung und Waschmaschine besonders im Bereich des Energiesparens investiert wurde.
Alleine in der ersten Hälfte der 1990er Jahre wurde mehr als 20 Millionen D‑Mark in den Bau von 100 Wohnungen investiert.
Da in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre die Nachfrage am Wohnungsmarkt abebbte, stellte der Kreiswohnungsverband „umfangreiche Maßnahmen zur Wohnwertverbesserung“ seiner vorhandenen Gebäude in den Vordergrund. 1239 Wohnungen nannte der Verband im Jahr 1999 sein Eigen.
Wiederaufnahme der Bautätigkeit seit 2015
2015 nahm der KWV seine Bautätigkeit wieder auf.
Seither wurden die folgenden Projekte realisiert:
- Schifferstadt, Am Meisterschlag 1+3 (12 Wohnungen)
- Mutterstadt, Bleichstraße 4 (8 Wohnungen)
- Mutterstadt, Bleichstraße 6b (13 Wohnungen)
- Limburgerhof, Hermann-Löns-Weg 1b (15 Wohnungen)
- Schifferstadt, Am Meisterschlag 2+4 (14 Wohnungen)
- Hochdorf-Assenheim, Alfons-Legner-Straße 1a (6 Wohnungen)
- Limburgerhof, Goethestraße 2a (12 Wohnungen)
- Limburgerhof, Mühlweg 1c (12 Wohnungen)
Die Kaltmiete lag am Anfang bei den Wohnungen in Schifferstadt und Mutterstadt noch zwischen 5,10 und 5,35 Euro pro Quadratmeter. Bei den heute fertiggestellten Wohnungen beträgt die Kaltmiete für einkommensschwache Familien 7,00 Euro pro Quadratmeter.
Investitionen in die Region
Die Finanzierung erfolgt heute nicht mehr wie früher durch Gemeinden oder den Landkreis, sondern über öffentliche Fördergelder der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz.
Immer steht – wie auch schon in der Vergangenheit – auch das Bemühen im Vordergrund, die Aufträge überwiegend an Handwerksbetriebe im Rhein-Pfalz-Kreis zu vergeben. Mit dieser Maßnahme der Auftragsvergabe an lokale Unternehmen leistete der Kreiswohnungsverband über Jahrzehnte einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Stärkung und den Erhalt von mittelständischen Handwerksbetrieben und damit verbunden auch für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Region.
